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Interview mit den Kölner EPEC 2010 Teilnehmern

Im Anschluß an den Everest Poker European Cup 2010 auf Gran Canaria sprach Pokerlust mit Michael Opfer und Jeffrey Salaris, die sich am 17./18. April über den Live-Qualifier in Köln qualifiziert hatten.

Hallo Michael, hallo Jeffrey, wie ist das EPEC-Finale für euch ausgegangen? Wart ihr zufrieden?

Michael: Platz 17 von ca. 180, 1000 ¤ bei 500 ¤ Buyin-Wert. Mein gewünschtes Ziel vor der Reise war es, möglichst 1000 ¤ zu erreichen, insofern bin ich froh. Dennoch fühlte es sich am Ende eher wie ein Trostpreis an, wenn man bedenkt, dass ich als Bigstack, also etwa auf Platz 2 oder 3 liegend unter den letzten 20, 6 All-Ins ins Folge verloren hatte und ein Pot so gross war, dass man mit ihm im Schnitt, sagen wir mal, 8.000-11.000 ¤ gewonnen hätte.

Jeffrey: Ich bin leider relativ früh am ersten Tag ausgeschieden. Dementsprechend war ich auch den ganzen restlichen Tag ziemlich niedergeschlagen. Ich hatte mir schon mehr erhofft, war aber am Turniertag einfach nicht konzentriert und fokussiert genug. 3 Fehler gemacht und das war’s. Am zweiten sah die Welt schon wieder etwas besser aus und ich konnte die verbliebenen deutschen Spieler ein wenig supporten.

Wie wart ihr untergebracht auf Gran Canaria? Wo hat das Turnier stattgefunden?

Jeffrey: Wir wurden im wunderschönen Lopesan Baobab Hotel einquartiert. Ein 5-Sterne Hotel, dass wirklich keine Wünsche offen lies. Gutes Essen, tolle Hotellandschaft und vieles mehr. War wirklich ein Erlebnis. Das Casino liegt direkt gegenüber vom Hotel, 2 Minuten zu Fuß.

Wie war der Turnierablauf? Wie sah ein typischer Turniertag für euch aus?

Jeffrey: Ich denke, da kann Michael mehr zu sagen. Was ich sagen kann ist, dass die Struktur des Turniers wirklich sehr angenehm war, lange Blindlevel und moderater Blindanstieg.

Michael: Da es nur 2 Turniertage gab, war wohl Tag 1 der für die meisten Spieler eher typische Turniertag. Am Anfang bei 10k Stack und 25/50-Blinds, wenn ich mich recht entsinne bei 30 Minuten Blindlevel, ging es recht loose zu, komischerweise. Einige Spieler an meinem Tisch haben Hände aus Positionen gespielt, wo ich innerlich den Kopf schütteln musste. Dennoch war es typisch für ein Liveturnier mit begehrtem Preispool, dass es am Anfang recht still zuging. Gut war, dass ich vor dem Turnier noch Zeit hatte, eine Sonnenbrille zu kaufen – davon gab es en masse, jedoch natürlich nicht fürs Pokerspiel ausgerichtet, aber ein paar waren im Sortiment dabei, die für meine Zwecke reichten. Der typische Turniertag war im Prinzip also: pünktlich zum Frühstück aufstehen, und any 2 cards … äh all you can eat in sich reinstopfen, aufs Zimmer gehen, Pokerbücher lesen oder zum Pool oder zur Einkaufspassage direkt am Meer gehen und +/- 15 Uhr den Turnierstart nicht verpassen. Zu Tag 2 kam ich fast zu spät und als ich da war, bekam ich meine in eine Plastiktüte verschlossenen Chips nicht auf. Eine Menge vergeudete Kraftakte später hat mein rechter Sitznachbar die Tüte dann für mich aufgerissen und knapp eine Minute später nahm ich ihn in der ersten Hand mit kk utg vom Tisch! Pausen waren während des Turniers auch ausreichend vorhanden und sogar eine lange Dinnerpause an Tag 1 und 2.

Hattet ihr auch genügend Zeit, euch die Insel anzusehen oder in der Sonne zu liegen? Hattet ihr viel Kontakt mit den Teilnehmern aus den anderen Nationen?

Michael: Ausgeschiedene hatten natürlich Zeit, aber ich hatte eigentlich nur mal Zeit zum Einkaufen, einmal 1-2 Stunden Zeit zum Lesen und einmal  2 Stunden Zeit für Pool und Sonne. Everest Poker hat zwar abends Parties veranstaltet, jedoch tummelten sich die meisten Teilnehmer bei den Landsgenossen herum. Kontakt zu Teilnehmern aus anderen Nationen hatte ich zwar, aber nicht viel – die meisten Gespräche waren dann am Tisch, bzw. in der Pause oder nach dem Turnier. Gefreut hatte mich jedoch, dass ich einige bekannte Gesichter von Everest Poker wiedergesehen hatte, sowie einen EPEC-Spieler von vor 2-3 Jahren.

Jeffrey: Leider war die Zeit größtenteils zum Pokern oder andere „offizielle“ Events wie die Players Party oder das gemeinsame Freizeitevent verplant. D.h., man hat nicht wirklich viel mehr als das Hotel und das Casino gesehen. Ok gut, man hätte sich natürlich absetzen und die Insel erkunden können. Aber man möchte ja doch schon gerne was mit den anderen Teilnehmern machen. Durch die Events kam man natürlich mit vielen Teilnehmern aus den verschiedenen Ländern in Kontakt, die Atmosphäre war sehr locker und entspannt, wir waren ja quasi alle Gewinner. Aber natürlich hängt man meistens mit den Teilnehmern aus dem eigenen Team/Land rum.

Abschließend: Euer Fazit?

Michael: An negativem halte ich fest, dass die Organisation gegenüber der EPEC 2008 (Anm. d. Red.: Michael spielte bereits bei der EPEC 2008 in Portugal.) die ankommenden Spieler nicht so perfekt betreut hatte wie damals, sowie ein wenig mehr versprach, als sie einhielten… So oder so würde ich wohl immer wieder gerne mitspielen, allein weil das Feeling, ein großes Liveevent zu spielen, nicht zu ersetzen ist! Die Totenstille in der frühen Phase des Turniers, übergehend in die schwierigen Spots, bei der man harte Entscheidungen fällen muss, die das ganze Turnier beeinflussen, bis zur Endphase, wenn die Spieler das Geld vor den Augen haben und das nochmal aggressivere Psychospiel anfängt. Mein persönliches Fazit ist: solange Everest Poker Qualifikationsmöglichkeiten zu attraktiven Livevents wie z.b. der EPEC hat, bleibt es in meiner Topauswahl meiner bevorzugten Pokerclients! (definitiv Top 3 von etwa 40 … und das ist schon sehr gut, dafür dass ich den Potbet-Button bei Everest so mal gar nicht leiden kann!)

Jeffrey: Im Großen und Ganzen ein Super Event! Leider viel zu kurz!

Vielen Dank für das Interview!